Biographie

 

Ich wurde 1964 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geboren.

Was ich so alles gemacht habe in meinem Leben und was ich alles war –

Nur eines ist mir gründlich mißlungen: ein braver sowjetischer Bürger zu sein. Dabei konnte ich doch ruhig mein Architekturstudium absolvieren und später so tun, als gäbe es in dieser sowjetischen Periode Architektur in meinem Land. Stattdessen gab ich keine Ruhe und ging den tüchtigen Hütern des sowjetischen Regimes ständig auf die Nerven. Ich schrieb Gedichte, las und verbreitete verbotene Literatur und demonstrierte zusammen mit anderen gegen den Krieg in Afghanistan. Es kam noch schlimmer – ich lernte es nicht, solche Fächer wie „Geschichte der kommunistischen Partei“ aufrichtig zu lieben. Demzufolge wurde ich im letzten Semester meines Studiums mit Erfolg exmatrikuliert.

Meine Versuche, Kunst zu studieren, scheiterten an meinem Namen, den ich von meinen griechischen Eltern habe. Laut sowjetisch-ukrainisch-kommunistischer Tabelle sollte ich einen typisch ukrainischen oder russischen Namen annehmen, um Kunst in meiner Heimatstadt studieren zu dürfen. So stand ich Modell in den Hochschulen und trank Wein, um meine Untauglichkeit für die Kunst zu vergessen. Die tauglichen Studenten beobachtend lernte ich Radierung.
Und dann war es soweit – die große Chance, meinen Wehrdienst im richtigen Krieg in Afghanistan zu leisten. Für meine Aussage, dass ich gegen Krieg sei sowie meine Weigerung, als Soldat zu dienen, wurde ich zum Schizophreniker erklärt und in eine geschlossene psychiatrische Abteilung zwangseingewiesen.

Nach sechs Monaten psychiatrischer Behandlung wurde ich als „unschädlich“ eingestuft und entlassen. Auf der Suche nach einem Einkommen arbeitete ich viel und vielseitig – als Bauarbeiter, Holzhauer, Stallknecht, Saisonarbeiter auf dem Feld, Restaurator im Architekturbereich, Designer und Hausmeister. Auf der Suche nach Arbeit nahm ich Gelegenheitsjobs an und reiste viel durch das riesige sowjetische Land – durch die Ost- und West-Ukraine, die baltischen Republiken, Samarkand, Baikalsee, Leningrad. Meine Lebensweise wurde nach sowjetischem Gesetz als asoziale verurteilt und ich wurde erneut als „Schizophrener“  für drei Monate in die psychiatrische Gefängnisabteilung gesteckt. Die Diagnose Schizophrenie wurde dort nicht bestätigt und damit widerrufen. Und so war ich zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, kam jedoch auf Bewährung frei. In dieser Zeit kam ich als Hausmeister und Müllman über die Runden.


Eines Tages, als ich einer uralten Frau beim Umzug half, schenkte sie mir Tütchen mit noch vor der Russischen Revolution hergestellter Farbe und erklärte mir, sie habe früher im Theater als Kostümbildnerin gearbeitet und es seien Farben, mit denen man auf Stoff male. Die Verdünnung der geschenkten Farben machte mich zum Alchemisten, und ich fing an, Bilder auf Stoff zu malen. Die Magie dieser Technik ließ mich bis heute nicht los. Ich bemühte mich um ein eigenes Atelier und fand es in leerstehenden Räumen in unbewohnten, abrissreifen Gebäuden.


1986 kam ich in Kontakt mit Kiewer Rock-Musikern und gehörte dank der Band „Kolezskij Asessor“ bis 1988 unmittelbar zum Kiewer Rock-Underground. Meine Rolle in dieser Band ähnelt der von Andy Warhol bei Velvet Underground.

Ich besetzte zusammen mit der Bewegung der illegalen Künstler-Werkstätten leergeräumte Häuser und zähle mich selbst wie viele andere inoffizielle Künstler in der ehemaligen Sowjetunion zur „Generation von Hausmeistern und Wärtern“.

Als ich meine ersten Bilder auf Stoff nach Amerika verkaufte, gründete ich eine Werkstatt für Keramik und beschäftigte mich einige Jahre mit Alchemie und Magie im Keramikofen.


Auf der Suche nach einer neuen Perspektive entschloss ich mich, den Blickwinkel zu wechseln und mein Land von außen zu betrachten. 1994 wurde ich Emigrant und kam nach Deutschland.


In der Integrationsphase versuchte ich mit allen Mitteln, meinen Lebensunterhalt zu verdienen – als Elektriker, Bauarbeiter, Möbelträger etc. Meine in den Pausen gekritzelten Karikaturen im Skizzenblock weckten Interesse und ich bekam meine ersten Aufträge. Ich begann, mich mit Lithografie zu beschäftigen und für Computerwerkzeuge zu interessieren. In einem DTP-Kurs lernte ich   Photoshop, FreeHand, QuarkXpress, HTML, PHP, GoLive, Flash u.s.w.


Heute interessieren mich insbesondere die Bereiche Comic und Illustration. Durch mein vielseitiges Können fertige ich jedoch sehr unterschiedliche Auftragsarbeiten und nehme an verschiedenen Kunstausstellungen teil.

Was die zeitgenössische Kunst betrifft, so imponiert mir besonders die Kunstposition von Stuckisten.

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